Donnerstag, 14. Dezember 2017

Berufszulassungsregelungen für Verwalter und Makler konkretisiert: Entwurf der Makler- und Bauträgerverordnung liegt vor

Ab August 2018 schreibt das Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienverwalter und Makler – in Kraft getreten am 1.8.2018 – eine gesetzliche Fortbildungspflicht vor. Die Details werden in einer Rechtsverordnung – der Makler- und Bauträgerverordnung (MABV) – geregelt, der Referentenentwurf der Verordnung liegt nun vor.

Weiterbildung für Immobilienverwalter und Makler

Die Weiterbildungspflicht kann auf unterschiedliche Weise erfüllt werden, etwa durch Präsenzseminare, Selbststudium (zum Beispiel E-Learnings) sowie betriebsinterne Maßnahmen. Der Verordnungsentwurf gibt aber durch die Formulierung „in einer anderen geeigneten Form“ erheblichen Spielraum.

Die Themenkomplexe, die Gegenstand einer Weiterbildung sein können, werden in einer Anlage zur Verordnung im Einzelnen genannt, für Verwalter zählen etwa Grundlagen der Immobilienwirtschaft, rechtliche Grundlagen, kaufmännische Grundlagen, Verwaltung von Wohnungseigentumsobjekten, Verwaltung von Mietobjekten, technische Grundlagen der Immobilienverwaltung, Wettbewerbsrecht und Verbraucherschutz dazu.  Befreiungen etwa während der Elternzeit werden nicht vorgesehen.

Die absolvierten Weiterbildungen müssen Verwalter und Makler sowie ihre zur Weiterbildung verpflichteten Beschäftigten bis Ende Januar der zuständigen Behörde mittels eines verbindlichen Vordrucks anzeigen, erstmals zum 31.1.2020. Hier ist lediglich eine Erklärungspflicht vorgesehen, Nachweise wie Teilnahmebestätigungen oder Zertifikate müssen grundsätzlich nicht eingereicht werden. Allerdings müssen sie auf Anforderung vorgelegt werden.

Verstöße gegen die Anzeigepflicht sollen als Ordnungswidrigkeiten gelten, die mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden können.

Neue Informationspflichten für Verwalter und Makler

Ab August 2018 müssen Verwalter und Makler ihre Auftraggeber bereits beim ersten Geschäftskontakt in Textform über ihre beruflichen Qualifikationen informieren. Dies kann bspw. durch ein Informationsblatt, durch Angaben auf der Visitenkarte oder durch elektronische Mitteilungen, etwa in der E-Mail-Signatur geschehen.

Zudem müssen die Auftraggeber auch während der Vertragslaufzeit jeweils bis zum 31. Januar über die im vorigen Kalenderjahr absolvierten Weiterbildungsmaßnahmen informieren.

Versicherungspflicht für Wohnimmobilienverwalter

Der Entwurf sieht zudem vor, dass Wohnimmobilienverwalter künftig eine Mindestversicherungssumme von 250.000 Euro je Versicherungsfall und von 500.000 Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres vorweisen müssen.